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Diese Malerei auf einer Tasse aus feinem, klirrendem Porzellan ist das berühmteste und bekannteste Dekor der St. Petersburger Kaiserlichen Manufaktur - das "Kobaltnetz", ein Ornament aus sich kreuzenden schrägen dunkelblauen Linien mit goldenen Sternen an deren Schnittpunkt. Die Autorin, die Porzellankünstlerin Anna Jatskewitsch, ließ sich bei der Gestaltung des Musters von den schrägen Linien der Suchscheinwerfer inspirieren, die den Himmel auf der Suche nach deutschen Bombern durchstreiften, sowie von den Papierbändern, die während der Belagerung Leningrads auf die Fensterscheiben geklebt wurden, um zu verhindern, dass diese durch die Druckwelle zerbrachen. Jatskewitsch verbrachte alle 900 Tage in der belagerten Stadt, und ihre Zeichnung entstand unmittelbar nach dem Krieg, als die Porzellanfabrik die Arbeit wieder aufnahm. Wie groß der Erfolg ihres Dekors sein wird, konnte sie nicht erfahren: Als "Kobaltnetz" 1958 auf der Weltausstellung in Brüssel unerwartet eine Goldmedaille erhielt, lebte Anna Jaatskewitsch schon nicht mehr. Doch heute ehrt jeder, der eine solche Tasse in die Hand nimmt, vielleicht ohne sich dessen bewusst zu sein, die Künstlerin und die Helden eines der schrecklichsten und tragischsten Ereignisse des Krieges - der Belagerung von Leningrad.