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Lesenswerter Multipolar-Artikel von Bert Ehgartner: Zecken als Biowaffen https://multipolar-magazin.de/artikel/zecken-als-biowaffen Der Journalist Ehgartner arbeitet seit über 20 Jahren als Dokumentarfilmer und Filmproduzent. Seine Filme liefen unter anderem auf ZDF, ARTE, ORF, SRG und dem Discovery Channel und wurden mehrfach auf Festivals ausgezeichnet. Filmauswahl: „Die Akte Aluminium“ (2013), „Alte Freunde - Neue Feinde: Was unsere Kinder chronisch krank macht“ (2015), „Unter die Haut“ (2021), „Lebendig oder tot – Das Impfparadox“ (2025). Kurz vor Weihnachten 2025 unterzeichnete Präsident Trump einen Antrag des republikanischen Abgeordneten Chris Smith, der das US-Rechnungshof-Äquivalent GAO beauftragt, geheime Regierungsunterlagen von 1945–1972 auf Experimente mit Zecken als Biowaffen zu prüfen. Im Fokus steht die Frage, ob die Lyme-Borreliose ein Produkt militärischer Biowaffenforschung ist. Hintergrund: Willy Burgdorfer Der Schweizer Zeckenforscher Burgdorfer – bekannt als Entdecker der Borrelia burgdorferi – arbeitete während des Kalten Krieges für das US-Militär. In einem Spätinterview mit Journalistin Kris Newby räumte er ein, Insekten (Flöhe, Zecken) mit Krankheitserregern infiziert zu haben, um sie als Biowaffenträger zu testen. Er soll auch an der Kombination mehrerer Erreger in einer Zecke gearbeitet haben. Militärische Zeckenforschung Forscher wie James Oliver bestätigten, dass das US-Militär untersuchte, wie Zecken in großer Zahl gezüchtet und per Flugzeug über feindlichem Gebiet abgeworfen werden können. 1962 sollen infizierte Zecken im Rahmen der „Operation Mongoose" auf kubanische Zuckerrohrarbeiter abgeworfen worden sein. Sowjetische Seite Auch die Sowjetunion betrieb auf der „Insel der Wiedergeburt" im Aralsee intensive Biowaffenforschung, darunter sogenannte Tularämie-Bomben. Der übergelaufene Vizedirektor Ken Alibek berichtete von katastrophalen, aber unzuverlässigen Versuchen mit Krankheitserregern an Tieren. Plum Island und das Epizentrum der Borreliose Verdächtig erscheint die geografische Nähe: Das staatliche Tierforschungslabor auf Plum Island – wo während des Kalten Krieges mit Tierseuchen als Biowaffen experimentiert wurde – liegt nur 15 km Luftlinie von der Stadt Lyme entfernt, die der Krankheit ihren Namen gab. Wissenschaftlicher Gegenstandpunkt Alan Barbour, der gemeinsam mit Burgdorfer die Borrelien entdeckte, hält die Verbindung zu Biowaffenprogrammen für eine Verschwörungstheorie und arbeitet nach eigenen Angaben an einer Widerlegung. Zudem zeigen Studien, dass Borrelia burgdorferi bereits 1894 in Mäusen aus Massachusetts nachgewiesen wurde – also lange vor den fraglichen Experimenten. Fazit Ob die Borreliose aus Biowaffenlabors stammt, ist (noch) nicht zweifelsfrei zu klären, es spricht aber vieles dafür. Das GAO hat nun zwei Jahre Zeit, die Akten zu prüfen.