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Vitamin-Präparat wird Säugling zum Verhängnis: Bundesinstitut bestätigt Tod eines Babys Ein Vitamin-Präparat zur Karies-Prophylaxe steht im Zusammenhang mit dem Tod eines Säuglings. Was Eltern bei der Anwendung unbedingt beachten müssen. Berlin – Tabletten mit der Wirkstoffkombination Colecalciferol – also Vitamin D3 – und Fluorid gehören zur Grundausstattung der Säuglingsversorgung in Deutschland. Sie sollen Rachitis vorbeugen und gesunde Zähne fördern. Ihr Einsatz gilt seit Jahrzehnten als sicher, ihre Verordnung als Routine. Umso schwerer wiegt, was das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nun bekannt gemacht hat: Ein Säugling ist verstorben – im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit der Einnahme eines solchen Präparats. Der Verdacht der Behörde ist konkret: Die Tablette war offenbar nicht vollständig aufgelöst, bevor sie dem Baby verabreicht wurde. Das winzige, noch feste Tablettenreste enthaltende Gemisch gelangte vermutlich in die Atemwege des Kindes – eine sogenannte Fremdkörperaspiration. Für einen Säugling, dessen Atemwege noch außerordentlich eng und dessen Schutzreflexe noch nicht ausgereift sind, kann ein solches Ereignis innerhalb kürzester Zeit lebensbedrohlich werden, so gelbe-liste.de. Unachtsamkeit beim Auflösen der Vitamin-Tablette kostete Baby das Leben Fluorid macht den Zahnschmelz widerstandsfähig und beugt Karies vor. Die Behandlung mit dem Präparat wird laut apotheke-adhoc.de für Säuglinge und Kleinkinder bis zu 18 Monaten empfohlen. Dies jedoch nur, sofern der Fluoridgehalt im Trinkwasser unter 0,3 mg pro Liter liegt und keine weitere Fluoridaufnahme stattfindet. Das Problem liegt also nicht im Mittel selbst, sondern in einem entscheidenden Schritt bei dessen Anwendung: dem Auflösen der Tablette. Die Tablette sollte auf einem Teelöffel oder in einem kleinen, durchsichtigen Gefäß in etwa fünf bis zehn Milliliter Wasser aufgelöst werden. Der Zerfall kann bis zu zwei Minuten in Anspruch nehmen. Durch leichtes Bewegen des Löffels lässt sich dieser Prozess beschleunigen. Erst wenn die Tablette vollständig zerfallen ist – und das heißt: vollständig, keine sichtbaren Rückstände –, darf das Präparat dem Kind gegeben werden. Bestimmte Flüssigkeiten wie Milch oder Muttermilch können den Zerfallsprozess erheblich verlangsamen und sind daher ungeeignet für die Auflösung. Apothekenangestellte sollen Eltern sensibilisieren – BfArM will Warnhinweise verschärfen Apothekerinnen und Apotheker sollen Eltern und Sorgeberechtigte beim Kauf gezielt und ausführlich über die korrekte Handhabung informieren. Gerade weil viele Familien das Präparat seit Wochen oder Monaten in gleicher Weise anwenden, entsteht leicht ein trügerisches Sicherheitsgefühl – nach dem Motto: „Das haben wir immer so gemacht.“ Besondere Vorsicht ist außerdem dann geboten, wenn zwischen verschiedenen Präparaten gewechselt wird. Nicht alle Vitamin-D3/Fluorid-Tabletten sind identisch formuliert. Zerfallszeiten und Anwendungshinweise können je nach Hersteller deutlich voneinander abweichen. Wer das Produkt wechselt, muss die Gebrauchsinformation des neuen Mittels daher vollständig neu lesen, auch wenn der Umgang mit dem Vorgängerprodukt bereits vertraut war. Das BfArM hat darüber hinaus angekündigt, die Zulassungsinhaber aufzufordern, ihre Fachinformationen zu überprüfen und bei Bedarf zu präzisieren. (Quellen: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, gelbe-liste.de, apotheke-adhoc.de) (jaka) 🔘Unterstützen & Abonnieren ! 📱www.kulturstudio.tv