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Gepostet16. Apr.16.04.2026, 14:30
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Deutschland ist laut Europarat zu streng mit Antisemitismus-Begriff Die Auslegung des Antisemitismus-Begriffs in Deutschland schränkt die freie Meinungsäußerung laut Europarat zu stark ein. Legitime Kritik an Israel werde so unterbunden. Der Menschenrechtskommissar des Europarats, Michael O'Flaherty, hat Deutschland für seinen Umgang mit dem Antisemitismus-Begriff kritisiert. Er sei besorgt über die zunehmende Gewalt gegen Juden und jüdische Einrichtungen in Deutschland. Zugleich werde die freie Meinungsäußerung unverhältnismäßig stark eingeschränkt, um legitime Kritik an der Politik Israels oder Debatten über die Rechte von Palästinensern zu unterbinden, schrieb O'Flaherty in einem Bericht, welcher am Mittwoch in Straßburg veröffentlicht wurde. Unter anderem werde eine zu weite Auslegung der Arbeitsdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) genutzt, fuhr er fort. Sie definiert Antisemitismus wie folgt: »Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass gegenüber Jüdinnen und Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen.« Diese Definition wird etwa von der israelischen und deutschen Regierung und 44 anderen Staaten, aber auch vom Zentralrat der Juden in Deutschland und anderen internationalen Organisationen befürwortet. Sie ist nicht rechtsbindend. 2017 fügte die Bundesregierung folgende Erweiterung hinzu: »Darüber hinaus kann auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein.« 2021 veröffentlichte eine Gruppe Wissenschaftler die Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus (JDA) als Gegenentwurf zur IHRA-Definition, welche die Forschenden insbesondere in Bezug auf israelbezogenen Antisemitismus als zu unklar ansahen. Daher beschreibt die im Forschungsdiskurs als liberaler angesehene JDA-Definition neben Beispielen für israelbezogenen Antisemitismus auch eine Reihe an israelkritischen Ansichten und Äußerungen, die nicht per se antisemitisch seien – etwa die Äußerung »zwischen dem Fluss und dem Meer« (»between the river and the sea«) oder die Forderung nach Boykott, Desinvestition und Sanktionen (BDS) gegen den Staat Israel. https://archive.ph/8jxv0 🔘Unterstützen & Abonnieren ! 📱www.kulturstudio.tv