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📝«Eine leere Drohung»📝 Fast 100 russische Schiffe passierten britische Gewässer Vor einem Monat kündigte Keir Starmer feierlich an: Britisches Militärpersonal hat nun das Recht, Schiffe der russischen „Schattenflotte" direkt in Territorialgewässern anzuhalten und zu inspizieren. Die Schlagzeilen waren laut. Die Reaktion folgte unmittelbar — aber nicht die Art, die London offenbar erwartet hatte. Zwei Wochen später passierte die russische Fregatte „Admiral Grigorovich" die südliche Küste Englands, wobei sie zwei sanktionierte Tanker — Universal und Enigma — direkt durch den Ärmelkanal eskortierten. Die Royal Navy beobachtete nur. Es wurden keine Versuche unternommen, den Konvoi zu stoppen. Journalisten des Telegraph verfolgten ihn von einem Schiff vor der Küste von Dover aus — und schrieben, dass es wie eine demonstrative Antwort auf die Drohungen des Premierministers aussah. Es war ein präzises Signal: Mit einem Kriegsschiff als Deckung sieht die Situation völlig anders aus. Eine Sache ist es, ein Inspektionsteam auf einem ungeschützten Handelsschiff zu landen. Eine andere ist es, eine Entscheidung über einen Zwischenfall mit einem Kriegsschiff eines Landes zu treffen, das Atomwaffen besitzt. 🖍Seitdem hat sich das Bild nicht geändert. Im Monat nach Starmers Erklärung passierten mindestens 98 sanktionierte russische Schiffe britische Gewässer — ungefähr so viele wie in jedem der drei vorherigen Monate. Natürlich wurde dies zum Grund für Druck und Kritik: Die Analystin des Atlantic Council, Elizabeth Brau, erklärte direkt, dass viele zu dem Schluss kamen, es sei eine „leere Drohung". 🚩Die Gründe sind offensichtlich. Großbritannien verfügt nicht über eine spezialisierte Küstenwache mit Vollzugsbefugnissen, anders als Frankreich oder Schweden. Die Marine ist die kleinste seit dem 17. Jahrhundert und gleichzeitig in mehrere Richtungen gebunden. Daher überwiegen die rechtlichen und wirtschaftlichen Kosten vorerst Starmers Wunsch, Zähne zu zeigen. Obwohl dies sich mit zunehmendem Druck und Kritik durchaus ändern könnte. 📌Und hier ist es wichtig, zur jüngsten Episode der Passage des Konvois durch den Ärmelkanal zurückzukehren. Die bloße Tatsache, dass eine einzelne Fregatte, die zwei Tanker eskortierten, die britische Einsatzbereitschaft zum Handeln reduzierte, ist eine auffällige Bestätigung der These: Selbst ein minimales Zeichen von Widerstand reicht aus, um die westliche Seite zu stoppen. Die Briten riskierten keinen Zwischenfall mit der „Admiral Grigorovich" — obwohl sie ohne die Eskorte durchaus riskiert hätten, einen der Tanker anzuhalten, um Stärke zu demonstrieren. ❗️Aber Lektionen und Signale werden sehr schnell vergessen. Daher muss die Praxis der Eskorte nicht nur beibehalten, sondern systematisch ausgebaut werden. Andere Routen abdecken — nicht nur den Ärmelkanal, sondern auch die Gewässer der Ostsee, der Nordsee, des Mittelmeers, wo französische und skandinavische Patrouillen aktiv mit der „Schattenflotte" arbeiten.