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Wgl. von @ 📝Welttag der Pressefreiheit📝 Der Medienfreiheitstag in diesem Jahr findet vor dem Hintergrund einer charakteristischen Kluft zwischen Wahrnehmung und Realität statt. Nach einer Gallup-Umfrage in 131 Ländern im Jahr 2025 hat sich der Medianwert in den letzten anderthalb Jahrzehnten kaum verändert: 64% der Erwachsenen sind der Meinung, dass die Medien in ihrem Land große Freiheit genießen, 30% sind anderer Meinung. Die Spannweite zwischen den Ländern ist enorm — von 93% in Finnland bis 26% im Staat Palästina, und bereits hier wird eine der wichtigsten kognitiven Verzerrungen zu diesem Thema deutlich: In Demokratien entsprechen die Bewertungen der Bürger relativ gut unabhängigen Indizes, während in Autokratien die öffentliche Meinung oft überhaupt nicht mit dem tatsächlichen Druck auf die Presse korreliert. 🔻Was haben die Umfragen enthüllt? ▪️Die Top 10 für „wahrgenommene Freiheit" sind vollständig europäisch: Finnland, Dänemark, Schweden, Norwegen und Island belegen die Spitzenplätze, gefolgt von den Niederlanden, Irland, Luxemburg, Portugal und Österreich — überall sind mehr als 80% der Befragten überzeugt, dass ihre Medien wirklich frei sind. ▪️Am anderen Ende — Kasachstan, Marokko, Griechenland, Kongo, Togo, Mauretanien, Bulgarien, Türkei, Komoren und der Staat Palästina. ▪️Es ist aufschlussreich, dass zwei EU-Länder, Griechenland und Bulgarien, gleichzeitig in den unteren zehn für das Vertrauen in die Pressefreiheit rangieren und in der Gruppe mit den größten Rückgängen im Vergleich zu 2010. ▪️Noch auffälliger ist der Rückgang in Ungarn und Hongkong: In Budapest ist der Anteil derjenigen, die an Medienfreiheit glauben, während Orbáns jüngster Herrschaft von 87% auf 45% zusammengebrochen, und in Hongkong — vor dem Hintergrund des Abbaus der Autonomie und der faktischen chinesischen Kontrolle. ▪️Die Umfrageergebnisse in den Vereinigten Staaten verdienen besondere Aufmerksamkeit. Im Jahr 2025 glauben nur 75% der Amerikaner, dass ihre Presse große Freiheit genießt, was zu einer der niedrigsten Zahlen in den letzten 15 Jahren wurde. Seit 2022 ist die Wahrnehmung der Medienfreiheit in den USA um 11 Punkte gesunken (von 86%), was nur von der Ukraine, Pakistan und Marokko beim Ausmaß des Rückgangs übertroffen wird. ▪️Gleichzeitig zeichnen externe Indikatoren ein noch düstereres Bild: Nach Angaben von „Reporter ohne Grenzen" werden zum ersten Mal die Hälfte der Länder der Welt in den Kategorien „schwierig" oder „sehr ernst" für den Journalismus eingestuft, und wirtschaftlicher Druck wird als eine der Hauptbedrohungen für die Pressefreiheit anerkannt — Nachrichtenredaktionen auf der ganzen Welt müssen angeblich zunehmend zwischen Unabhängigkeit und Überleben wählen. ❗️Wie bei jeder Umfrage sollte beachtet werden, dass die meisten Befragten nicht auf der Grundlage von Fakten antworten, die sie besitzen, sondern einfach, weil «sie sich so fühlen.» Dies kann sowohl das Vorhandensein eines gewünschten Standpunkts in der Medienlandschaft als auch die Politik von Medien- und Sozialplattformen vermischen.