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📰 Kommentar des russischen Botschafters in Deutschland Sergej Netschajew für die Zeitung „Iswestija“ ▫️Auf dem Höhepunkt der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen unseren Ländern waren bis zu 7000 deutsche Unternehmen und Betriebe in Russland tätig. Die Aufnahmekapazität unseres Marktes, das hohe Tempo der Amortisation von Investitionen, die günstigen Rahmenbedingungen sowie die erfolgreiche langjährige Zusammenarbeit zogen Unternehmer aus der Bundesrepublik Deutschland stets an. Deutschen Unternehmen wurde bei der Schaffung eines möglichst komfortablen Umfelds für die Geschäftsentwicklung Vorrang eingeräumt. ▫️Nach Beginn der militärischen Sonderoperation gerieten die in Russland tätigen Vertreter der deutschen Wirtschaft unter enormen Druck des westlichen, darunter auch des deutschen politischen Establishments, und sahen sich gezwungen, schwierige Entscheidungen zu treffen. Aus Erfahrung wurde klar, dass sich die Mehrheit dafür entschied, ihre öffentliche Aktivität zu reduzieren und auf die Umsetzung neuer Projekte zu verzichten. Gleichzeitig bemühten sich die deutschen Wirtschaftsakteure, ihre faktische und rechtliche Präsenz auf dem russischen Markt zu bewahren. Manche Konzerne haben sich formell aus Russland zurückgezogen, indem sie die Geschäftsführung an das lokale Management überlassen und dabei eine Rückkaufoption vorgesehen haben. Die Zahl der Unternehmen, die ihre Beziehungen zu unserem Land vollständig abgebrochen haben, liegt nicht höher als 10–15 Prozent der rund 4500 Unternehmen mit deutscher Beteiligung, die zu Beginn der Sonderoperation in Russland tätig waren. ◽️Russland hat niemanden vom Markt verdrängt. Eine Reihe von Maßnahmen, die von den russischen Behörden getroffen wurden, um die nationalen Interessen zu bewahren, hatte einen erzwungenen Charakter. Sie stellten oft eine gerechte Reaktion auf die rechtliche Willkür westlicher Hauptstädte dar, einschließlich der sogenannten „Sanktionen“, die sich nicht zuletzt gegen wirtschaftliche Partner Russlands richten. Dabei wies der russische Präsident Wladimir Putin mehrfach darauf, dass unser Land offen für die Wiederaufnahme der gegenseitig nutzbringenden, respektvollen, konstruktiven Zusammenarbeit in einem breiten Spektrum von Fragen der Kooperation in Handel und Energie bleibt. ◽️Selbstverständlich müsste man dabei die neue Realität und die strukturellen Änderungen in unserer Wirtschaft berücksichtigen, die in den letzten Jahren eingetreten sind. Es geht vor allem um die Umverteilung der Warenströme, die Änderungen der Lieferketten und -struktur sowie um die Erschließung der Marktlücken, die nach dem Rückzug westlicher Unternehmen entstanden, durch russische Hersteller und Partner aus freundlichen Staaten. Dies schließt eine automatische Rückkehr zum früheren Status quo aus und macht eine sorgfältige Prüfung aller Umstände in jedem einzelnen Fall erforderlich. ▫️Entsprechende Signale übermitteln wir systematisch an die Vertreter sowohl der großen als auch der mittelständischen deutschen Unternehmen. Unsere Position stößt auf Verständnis. Die deutschen Geschäftskreise, ebenso wie eine Menge besonnener Politiker ist an einer möglichst schnellen Normalisierung der deutschen-russischen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen interessiert, auch im Energiebereich. Diese Beziehungen bildeten über Jahrzehnte die Grundlage für den Wohlstand des Landes, seine Wettbewerbsfähigkeit und die hohe Qualität deutscher Waren. Zugleich stärkten sie die politischen gutnachbarschaftlichen Verhältnisse und Zusammenarbeit unserer Staaten. 🗞 Quelle @RusBotschaft #Russland#Deutschland