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Russische Botschaft in Deutschland 🇷🇺

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Жарыяланган29-ноя.2025-29-11 08:15
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🤩Am 29. November feiert seinen Geburtstag der russische Buchstabe „ё“ Den Buchstaben „ё“ spricht man als „jo“ aus. Laut einigen Forschern trat am 29. November 1783 Fürstin Jekaterina Daschkowa, die Vorsitzende der Russischen Akademie, mit dem Vorschlag an die Mitglieder der Akademie heran: Sie regte an, den Buchstaben „ё“ in das russische Alphabet aufzunehmen – anstelle der bis dahin verwendeten Buchstabenkombination „iо“. 📖 Bereits ein Jahr später begann die damalige Intelligenzija, die Intellektuellen, den neuen Buchstaben in ihrer privaten Korrespondenz zu verwenden. Als die erste gedruckte Veröffentlichung, in der „ё“ auftauchte, gilt das Buch „Meine Kleinigkeiten“ («И мои безделки») von Iwan Dmitrijew, das 1795 in der Universitätsdruckerei Moskaus erschien. Das erste gedruckte Wort mit „ё“ war „всё“ („alles“). Der Philologe Jakob Grot stellte fest, dass das Zeichen „ё“ offiziell – einschließlich im typografischen Satz – 1797 erschien. Und geschehen ist dies dank des Schriftstellers Nikolai Karamsin. In einem der Hefte seines Sammelbandes „Aoniden, oder Sammlung verschiedener neuer Gedichte“ tauchte der neue Buchstabe sechsmal auf, unter anderem im Wort „слёзы“ („Tränen“). An dieser Stelle hinterließ der Autor einen besonderen Kommentar, in dem er den ungewöhnlichen Gebrauch erklärte: „Der Buchstabe ‚е‘ mit zwei Punkten oben ersetzt ‚iо‘.“ Der Kampf der Literaten gegen den neuen Buchstaben dauerte fast bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts an. Das „ё“ verschwand immer wieder zeitweise aus den typografischen Sätzen. Die Form mit zwei Punkten verursachte zusätzliche Kosten, und das Zeichen selbst passte aufgrund der begrenzten Zeilenhöhe oft nicht in den Satz. 📖 In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts begann der Buchstabe in Wörterbüchern aufzutauchen. 1860 nahm Wladimir Dal in sein „Erklärendes Wörterbuch der lebendigen großrussischen Sprache“ Wörter mit „ё“ direkt nach denen mit „е“ auf. Allerdings galt das Werk im 19. Jahrhundert nicht als normativ, da Dal sein Material überwiegend aus volkssprachlichen Quellen sammelte. Auch Lew Tolstoi nahm den Buchstaben in seine inoffizielle Fibel auf, die er für Kinder aus Bauernfamilien verfasste. Endgültig wurde der neue Buchstabe in den 1860er-Jahren in das Alphabet aufgenommen, doch seine verpflichtende Verwendung im Schulunterricht wurde erst 1942 eingeführt. Heute benutzt man den Buchstaben vor allem in den Fällen, wo er mit „e“ verwechselt werden und die Bedeutung des Wortes ändern kann. In der Redaktionspolitik unterschiedlicher Verlage und Unternehmen kann es jedoch abweichende Regeln geben, was den Gebrauch von „ё“ angeht. Im Jahr 2005 wurde dem Buchstaben „ё“ in der Stadt Uljanowsk sogar ein Denkmal errichtet. @RusBotschaft #Russland#Sprache#Geschichte